sudo und su was sind die Unterschiede?

Jeder Linux-Anwender hat bereits beide Befehle in irgendeiner Form gesehen und benutzt. In Anleitungen die sich zum Beispiel auf Ubuntu beziehen spricht man von sudo, bei anderen Linux-Distributionen ist von su die Rede. Beide Funktionen stellen die s.g. Root-Rechte zur Verfügung, dies jedoch auf verschiedenen Wegen, am Rande bemerkt, die einzelnen Distributionen benutzen verschiedene grundsätzliche Konfiguration.

Der Benutzer Root

Der Benutzer Root kann mit dem Administrator-Benutzer und Windows verglichen werden. Root besitzt die maximal möglichen Rechte am System. Nur der Root-Benutzer kann z.B. Software installieren oder auch deinstallieren oder eine Systemweite Konfiguration vornehmen. Root darf letztlich alles mit dem System machen, es im Zweifelsfall auch kaputt machen.

Ein normaler Linux-Anwender kann z.B. keine Software installieren und auch in keine Systemverzeichnisse schreiben.

Damit auch der ‚einfache Anwender‘ sein System warten und konfigurieren kann bracht es einen weg damit er zum Root werden kann. Hier greifen dann sudo und su.

Sudo im Vergleich mit su

Wir der Befehl su ohne weitere Parameter abgesetzt so der Anwender (Kenntnis des Root-Passwortes vorausgesetzt) zum ‚Super User‘, so wie Root auch genannt wird. Und er bleibt dies so lange bis er über den Befehl exit den Root-Account wieder verlässt. Um an dieser Stelle mit einer fälschlichen Interpretation aufzuräumen, su steht nicht für ‚Super User‘ sondern für ‚Switch User‘. Der Befehl stammt aus den ‚alten‘ Unix-Zeiten in denen die Systeme natürlich bereits multiuserfähig waren, denken wir an Windows, da kam echte Multiuserfähigkeit erst mit Windows 2000. So war es in Unix wichtig den Benutzer wechseln zu können ohne das System neu starten zu müssen, bzw. ohne den aktuellen Runlevel verlassen zu müssen. Aus diesem Grund kennt der Befehl den Parameter <Benutzer>. So bringt su paul uns zum Benutzer paul und meldet diesen Benutzer am System an. Auch in diesem Fall kann der Benutzer-Account paul durch exit wieder verlassen werden.

Der Befehl sudo für nur einen Befehl aus, z.B. sudo fdisk -l es erfolgt die Abfrage des Passwortes und dann wird der Befehl (fdisk -l) ausgeführt. Wollen wir einen weiteren Befehl mit Root-Rechten ausführen, brauch es erneut sudo <Befehl>. Abhängig von der Konfiguration des Systems merkt sich das System mehr oder minder lange das eingegebene Passwort, so kann es notwendig sein bei jedem sudo das Passwort erneut einzugeben.

In kurzen Worten also: su ‚befördert‘ den Anwender zu Root und er bleibt es so lange bis er mittels exit den Root-Account wieder verlässt. Sudo für jeweils nur einen Befehl mit Root-Rechten aus.

Ubuntu und andere Linux Distributionen

Der Befehl sudo ist in der Linux-Welt schon viele Jahre verfügbar. Doch erst mit Ubuntu wurde er in der breiten Masse bekannt, denn Ubuntu benutzt, so man die Konfiguration nicht händisch ändert, nur sudo. Natürlich wird auch den Ubuntu Installation der Root-Account erstellt, aber ohne Passwort und deshalb ist su erst einmal nicht nutzbar. Wer es nicht glaubt, gebe in einer Ubuntu-Konsole su ein, es erfolgt die Abfrage des Passwortes … und da leer geht nichts. Es ist jedoch keine Hexerei auch Ubuntu mit einem su zu versorgen ein weg ist:

sudo su und dann nachdem man Root ist ein passwd und so ein Passwort für Root setzen, ein anderer Weg ist sudo passwd root. Wie (fast) immer Linux stellt verschiedene Wege zur Verfügung ein Ziel zu erreichen.

Vor- und Nachteile von sudo und su

Bei der Verwendung von sudo braucht der Anwender sich nur ein Passwort zu merken, hat aber auch den Nachteil ist dieses Passwort in falschen Händen sind auch die Root-Rechte verloren.

Bei Verwendung von su kann mehr als ein Befehl mit mit Root-Rechten ausgeführt, es sind zwei Passworte notwendig.

Bei sudo benötigt der ‚Administrator‘ einen eigenen Benutzer-Account auf dem System (sinnigerweise den ersten bei der Installation), bei der Verwendung von su benötigt er keinen Benutzer-Account.

Feinheit & Co die den Rahmen sprengen würden verrät u.a. man sudo, bzw. man su.

 

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